Für langsam laufende Zweitaktmotoren haben unsere Entwickler mit der Abgasrückführung EGR ein System entwickelt, das die Stickoxidemissionen von Schiffen um bis zu 80 Prozent senken kann. Im Jahr 2010 soll ein Prototyp seine Praxistauglichkeit auf einem Schiff der dänischen Großreederei A. P. Møller-Mærsk beweisen. Nach erfolgreichen Testläufen auf dem Prüfstand in Kopenhagen sind die Erwartungen unserer Ingenieure diesbezüglich hoch.
Durch die Rückführung von Abgas in die Ladeluft wird der Sauerstoffgehalt im Zylinder verringert und die spezifische Wärmekapazität erhöht. Beides führt zu niedrigeren Verbrennungstemperaturen und damit zu einem geringeren NOx-Ausstoß. Der Schwefelanteil im Schweröl, mit dem Zweitaktmotoren zumeist angetrieben werden, kann jedoch zur Verschmutzung und zur Korrosion von Bauteilen führen.
Dieses Problem lösen unsere Spezialisten mit einem Abgaswäscher, der ersten Station des komplexen Rückführungssystems. Er reinigt das Abgas mit Seewasser von Schwefel und Partikeln. Die Einheit ist mit einer Aufbereitungsanlage verbunden, die die entstandene Schwefelsäure mit Natronlauge neutralisiert und die festen Bestandteile in Tanks sammelt, um sie an Land entsorgen zu können. Dem Wäscher nachgeschaltet arbeitet ein Kühler, der die Abgastemperatur auf maximal 100 Grad Celsius senkt. Er dient als Rückversicherung, um den normalen Ladeluftkühler des Schiffes vor Korrosion durch eventuelle Schwefelreste zu schützen.
Eine Art „Tropfenfänger“ fischt im nächsten Schritt auch noch den letzten Rest Feuchtigkeit aus dem Abgas. Ein Gebläse erhöht schließlich den Druck des rückgeführten Abgases je nach Bedarf auf 0,4 bis 0,7 bar, bevor es wieder in den Ladeluftkühler gelangt. Je nach Einsatzgebiet des Schiffes und der dort geltenden Umweltbestimmungen kann die Abgasrückführung zu- oder abgeschaltet werden. Unsere Ingenieure haben das System so ausgelegt, dass es Schiffscrews ohne Probleme handhaben können. Im Falle einer Störung setzt es sich selbständig außer Betrieb.