MAN Diesel & Turbo beteiligt sich an einem Verbundforschungsvorhaben mit Namen Gas-Pax zur Nutzung von Brennstoffen mit niedrigen Flammpunkten (wie zum Beispiel Erdgas) auf Passagierschiffen, Fähren und Mega-Yachten. Das Projekt wurde von einigen namhaften deutschen Werften ins Leben gerufen, die damit die Systemführerschaft auf dem Gebiet neuartiger und umweltfreundlicher Schiffe erlangen wollen.
Zu den bislang gängigen Antriebskonzepten mit Schweröl müssen auf lange Sicht Alternativen zur Marktreife gebracht werden. Mit Abgasnachbehandlung bzw. entsprechender Raffination der Brennstoffe kann der Ausstoß an Schwefel- und Stickoxiden zwar verringert werden, dies ist jedoch mit hohen Herstellungs- und Folgekosten im Betrieb der Schiffe verbunden. Gleichzeitig nehmen die Anforderungen an die Umweltverträglichkeit der Schiffe kontinuierlich zu. Das macht die zügige Entwicklung innovativer Schiffe mit umweltfreundlichen Antriebs- und Hilfsenergiekonzepten erforderlich. Beim Einsatz von gasförmigen Brennstoffen sind allerdings besondere sicherheitstechnische Aspekte zu beachten, vor allem beim Passagiertransport.
Als assoziierter Partner in diesem Forschungsvorhaben engagiert sich MAN Diesel & Turbo bei der Entwicklung einer gasbetriebenen Maschinenanlage. Weitere Teilprojekte haben die Entwicklung von gasbetriebenen Schiffen, die Evaluierung alternativer Brennstofftechnik und ein Sicherheitskonzept zum Inhalt. Für die Nutzung von Gas, das in der Schifffahrt als Flüssiggas (Liquefied Natural Gas, LNG) eingesetzt wird, ist ein deutlich höheres Tankvolumen nötig als beispielsweise für Schweröl. Deshalb darf die Schiffsarchitektur nicht außer Acht gelassen werden. Passagierfähren mit Gasantrieb kamen zum ersten Mal im Jahr 2000 in Norwegen zum Einsatz.
Für den Betrieb in internationalen Gewässern fehlt bisher ein umfassendes Regelwerk. Die an Gas-Pax beteiligten Unternehmen erhoffen sich von ihrer Forschungsarbeit, dass ihre Erkenntnisse, insbesondere zu Sicherheitsaspekten bei der Lagerung und dem Handling von Gas an Bord von Passagierschiffen, in die zukünftigen Regeln der IMO und der Klassifikationsgesellschaften einfließen werden. Das Projekt soll bis 2012 abgeschlossen werden.