MAN Diesel & Turbo beabsichtigt, ein eigenes Forschungsprojekt mit dem Titel „Clean Ship“ ins Leben zu rufen. Ziel ist, ein Antriebskonzept für Schiffe mit deutlich erhöhter Effizienz und extrem niedrigen Schadstoffemissionen in die Tat umzusetzen. So sollen gegenüber herkömmlichen Viertakt-Antriebssystemen der CO2-Ausstoß um 40 Prozent, Stickoxide (NOx) um über 85 Prozent sowie weitere Schadstoffe und Partikelemissionen quasi auf Null gesenkt werden.
Gegenüber den bisherigen, zumeist mit Schweröl betriebenen Antriebssystemen sieht „Clean Ship“ den Einsatz von gasbetriebenen Motoren vor. Bisher können reine Gasmotoren in Schiffen aufgrund der stark schwankenden Lastanforderungen nicht eingesetzt werden. Ausnahme sind so genannte Dual-Fuel-Motoren, die sowohl mit Gas als auch mit einem zweiten Kraftstoff (Diesel, Schweröl) betrieben werden. Ein uneingeschränkter Gasbetrieb kann die NOx-Emissionen um rund 85 Prozent senken; SOx kann sogar fast vollständig, auf nur noch ein Prozent der heutigen Werte reduziert werden. Die motorischen Maßnahmen tragen zu einer CO2-Einsparung von rund 20 Prozent bei.
Noch einmal soviel sollen durch die effiziente Gestaltung des Schiffes selbst erreicht werden. Dazu gehören die optimierte Abstimmung von Schiffsform, Propellern – diese werden ebenfalls von MAN Diesel & Turbo entwickelt – und mit modernster Regelungstechnik und Steuerelektronik ausgestatteten Maschinenhilfssystemen sowie die Perfektionierung der Abwärmenutzung.