MAN Diesel & Turbo errichtet derzeit auf der Karibikinsel Bonaire gemeinsam mit dem Windanlagenbauer Enercon und dem Planungs- und Beratungsunternehmen Econcern das größte Wind-Diesel-Hybridkraftwerk der Welt. Die Anlage besteht aus einem Windpark mit zwölf Windkraftanlagen und einem (Bio-) Dieselkraftwerk, das mit fünf MAN Diesel & Turbo-Motoren des Typs 9L27/38 Strom produzieren wird. Das Hybrid-Kraftwerk wird als unabhängiges Grundlastkraftwerk ab Ende 2009 die gesamte Insel mit insgesamt bis zu 25 MW umweltfreundlicher Energie versorgen. Kunde ist Water en Energie Bedrijf Bonaire (WEB), der staatliche Energieversorger der Niederländischen Antillen.
Zur Stromerzeugung trägt in erster Linie der Windpark bei. Bei Flaute, tropischen Stürmen oder Verbrauchsspitzen springen innerhalb kürzester Zeit zudem die Motoren des Dieselkraftwerks ein und stellen so eine konstante und zuverlässige Energieversorgung der Bevölkerung sicher. Gegenüber konventionellen Kraftwerksanlagen, wie zum Beispiel zur Stromerzeugung eingesetzte große Dampfturbinenanlagen, haben MAN Diesel & Turbo-Motoren den Vorteil, dass sie nur eine sehr geringe Anlaufzeit benötigen und daher nahezu auf Knopfdruck zur Verfügung stehen. Diese Flexibilität macht sie zum idealen Aggregat für umweltfreundliche Wind-Hybridkraftwerke. Eine intelligente Steuerungselektronik sorgt dafür, dass das MAN Diesel & Turbo-Kraftwerk die unstete Stromerzeugung durch die Windenergie sowie die Schwankungen auf der Verbraucherseite nivelliert.
Der sehr gute Wirkungsgrad von Dieselmotoren garantiert dabei eine optimale Nutzung des eingesetzten Kraftstoffs. Dieser wird – so die Planung – innerhalb der nächsten drei Jahre komplett auf Biofuel umgestellt, der aus Algen gewonnen werden soll. Dann wird das Wind-Diesel-Hybridkraftwerk die komplette Insel nachhaltig und CO2-neutral mit Elektrizität versorgen und so im Vergleich zum gegenwärtigen Kraftwerk, das auf fossilem Brennstoff basiert, jährlich rund 70 000 Tonnen des Treibhausgases einsparen.
Das Wind-Diesel-Hybridkraftwerk wird nicht staatlich gefördert, sondern wurde ausschließlich auf Grundlage ökonomischer Überlegungen heraus konzipiert. Die Folge ist eine sehr umweltfreundliche und autarke Energieversorgung der Karibikinsel, die zudem kostengünstiger als bisher ausfällt.